Fränkisch
Schriftsprache nur in Luxemburg, als Schriftsprache dient andernorts und tlw. auch in Luxemburg selbst Hochdeutsch
Der Name Fränkisch wird selten in der hier benutzten Bedeutung verwendet, die
Dialektgruppen werden meist nicht zusammengefaßt. Die rheinischen
moselfränkischen, hessischen und thüringischen Dialekte sowie ein Teil der rheinfränkischen werden jeweils als Platt bezeichnet. Das Fränkische
stellt lautgeschichtlich den Übergang von Nordseegermanisch zu Elbgermanisch
dar. Die hochdeutsche Lauterschiebung ist nur teilweise durchgeführt, mit nach
Norden noch abnehmender Tendenz. Es bestehen deutliche Sprachgrenzen zu allen
Nachbarsprachen außer zum Niederfränkischen.
Die Nachbarsprachen sind:
- Niedersächsisch
- Niederfränkisch
- Französisch
- Alemannisch
- Bairisch
- Mitteldeutsch
Außer zum Niedersächsischen und zum Französischen besteht aber eine Tendenz der
Schwächung der Sprachgrenze. Vor allem das Südfränkische ("Badische") steht in
einem Angleichungsprozeß an andere Dialekte in Baden-Württemberg. Geringer ist die
Angleichungstendenz zum Bairischen, auch wenn gewisse Angleichungsprozesse auch in
Bayern zu beobachten sind. Im Norden wird die Sprachgrenze durch den
gemeinsamen Wechsel von Niedersächsisch- und Fränkischsprechern zum Hochdeutschen
geschwächt. Das Fränkische ist bedroht, vielleicht mit Ausnahme des Ostfränkischen
in Bayern.
Das Hessische und das Thüringische weichen stärker vom übrigen Fränkischen ab,
könnten möglicherweise auch als eigene Sprachen betrachtet werden - soweit sie
noch gesprochen werden. Beide sind hochgradig bedroht. In beiden Fällen wurde eine
nicht-fränkische germanische Bevölkerung im Frühmittelalter Teil des fränkischen
Reichs und in der Folge "frankisiert". Dadurch ist das Substrat stärker als bei
den anderen Dialektgruppen, wo allenfalls eine nicht-germanischsprachige (nämlich
keltische oder romanische) Vorbevölkerung
frankisiert wurde. Im Falle des Thüringischen kommt noch der Einfluß des
Niedersächsischen hinzu. Der Norden des Gebiets fiel zunächst an die Sachsen,
wurde "saxonisiert". Im Hochmittelalter wechselte die dortige Bevölkerung aber
wieder zum (inzwischen fränkischen) Thüringischen, mit niedersächsischem
Substrat. Außerdem gab es Ausgleichsprozesse zum benachbarten Obersächsischen im
Osten hin - deshalb wird es heute oft mit diesem zum Thüringisch-Sächsischen
zusammengefaßt.
Fränkisch ist keine Schriftsprache, lediglich der Luxemburger Dialekt wird seit
einiger Zeit konsequent zur Schriftsprache ausgebaut. Er konkurriert aber noch
mit dem Hochdeutschen und Französischen. Im übrigen fränkischsprachigen Gebiet
wird die jeweilige Amtssprache als Schriftsprache genutzt (in den Auswanderergebieten die
dortige Amtssprache, so Englisch in Pennsylvania, Portugiesisch in Rio Grande do
Sul, in Siebenbürgen heute auch verstärkt Rumänisch statt Hochdeutsch).
Dialektgruppen
- Mittelfränkisch
- Rheinisch (einschl. Südlimburgisch)
- Öscher Platt/(Nord-)Eifelplatt (Westripuarisch)
- Eischwieler Platt (Übergang zwischen West- und Zentralripuarisch)
- Kölsch (Zentralripuarisch)
- Stadtkölsch
- Landkölsch
- Frechener Platt
- Bönnsch
- Viller Platt
- Oberbergisch (Übergang zum Westfälischen)
- Südlimburgisch
- Moselfränkisch
- Westmoselfränkisch
- (Süd-)Eifeler Platt
- Unter-Moselfränkisch
Letzeburgisch
- Ostmoselfränkisch
- Trierer Platt (Übergang zum Westmoselfränkischen)
- (Moselfränkisches) Hunsrückisch
- "Lohei"-Saarländisch
- Nied-Moselfränkisch
- West-Westerwäldisch (Übergangsdialekte zum Mittelhessischen)
- Siegerländer Platt
- Zipser Deutsch
- Siebenbürger Sächsisch
- Rheinfränkisch
- Pfälzisch
- Westpfälzisch
- Saarpfälzisch
- Saarbrücker Platt
- Westrichisch
- Bergland-Pfälzisch
- Waldpfälzisch
- Schwarzwald-Hochwald-Pfälzisch
- Idarwäldisch
- (Rheinfränkisches) Hunsrückisch
- Naheländisch
- Rheinhessisch
- Riograndenser Hunsrückisch
- Nordpfälzisch
- Südpfälzisch
- Vorderpfälzisch
- Kurpfälzisch
- Pennsylvania Dutch
- Galiziendeutsch †
- Banater Schwäbisch
- Südhessisch
- Untermainländisch
- Riedhessisch
- Frankfurterisch
- Wetterauisch
- Taunus-Hessisch
- Nassauisch
- Ost-Westerwäldisch
- Odenwälderisch
- Rheingauer Platt
- Unteres Rheingauer Platt (Rheinufer)
- Oberes Rheingauer Platt (höhere Lagen)
- Mainzerisch
- (Fränkisch-)Lothringisch
- Oberdeutsch-Fränkisch
- Südfränkisch (in Baden "Badisch", in Württemberg "Fränkisch")
- Südl. Nordbadisch
- Zentral-Nordbadisch
- Kraichgauisch
- Unterländisch
- Odenwäldisch
- Ostfränkisch ("Fränkisch")
- Mainfränkisch
- Unterfränkisch
- Grabfeldisch
- Hennebergisch
- Bambergisch (Übergang zum Oberfränkischen)
- Itzgründisch
- Oberfränkisch
- Südostfränkisch
- Tauberfränkisch
- Nord-Tauberfränkisch
- Süd-Tauberfränkisch (Übergang zum Südfränkischen)
- Hohenlohisch
- Westmittelfränkisch (Rothenburg-Feuchtwangener Raum)
- Vogtländisch
- Mittelvogtländisch
- Nordvogtländisch
- Ostvogtländisch
- Obervogtländisch
- Nordwestböhmisch †
- Ostmittelfränkisch (Übergangsdialekte zum (Nord-)Bairischen)
- Hessisch
- Mittelhessisch
- Hinterländer Platt
- Wittgensteiner Platt
- Ost-Wällisch (Übergang zum Moselfränkischen)
- Limburger Platt (Übergang zum Moselfränkischen)
- Schwalmer Platt (Übergang zum Niederhessischen)
- ...
- Osthessisch
- Niederhessisch
- Thüringisch
- Nordthüringisch
- Nordostthüringisch
- Anhaltisch
- Westthüringisch
- Zentralthüringisch
- Ilmthüringisch
- Nord-Ilmthüringisch
- Süd-Ilmthüringisch
- Südostthüringisch (Übergangsdialekt zum Ostfränkischen)
gesprochen in:
Wikipedia.
http://www.mundart-saarland.de/news.htm.
http://omnibus.uni-freiburg.de/~post/gabsh_mu/.
Hugo Steger (1983): Raumgliederung der Mundarten: Vorstudien zur Sprachkontinuität
im dt. Südwesten; für Karl Hauck zum 65. Geburtstag (Arbeiten zum historischen
Atlas von Südwestdeutschland; H. 7); Stuttgart: Kohlhammer.
Karl Spangenberg (1990): Thuringian, in: Charles V.J. Russ (Hrsg.): The Dialects of Modern German: A Linguistic Survey, London: Routledge.
http://www.suertenich.com/html/moselfr.html.
http://www.mundart-saarland.de/geschichte.htm.
Eberhard Wagner (1987): Das fränkische Dialektbuch, München: Beck.
Manfred Renn/Werner König (2006): Kleine Bayerischer Sprachatlas, München: dtv.
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