keine Schriftsprache (mehr), als Schriftsprache dient heute in Deutschland Hochdeutsch, in den Niederlanden ABN
Niedersächsisch wird in Deutschland auch als Niederdeutsch oder als Platt bzw. Plattdeutsch bezeichnet, in den Niederlanden als Saksisch oder Plat. In Deutschland gilt allerdings: Während der Begriff "Platt" auch für fränkische und niederfränkische Dialekte verwendet wird, und zwar bezeichnet es bis ins moselfränkische, südhessische und thüringische Gebiet die jeweilige Ortsmundart, wird "Plattdeutsch" nur für das Niedersächsische und das Ostniederdeutsche gebraucht. Ursprünglich wurde die Sprache "Sächsisch" genannt, nach dem gleichnamigen germanischen Großstamm, seit dem 19. Jh. (mit Tendenzen seit Ende des Mittelalters) wird mit Sachsen aber die Region um Dresden, Leipzig und Chemnitz verbunden, daher kam zur Unterscheidung der Name "Niedersachsen" auf, der sich auch auf die Sprache übertrug.
Von den nordseegermanischen Sprachen war das Altsächsische der Übergangsdialekt zum Rheingermanischen. Er teilte nicht alle lautgeschichtlichen Merkmale des Nordseegermanischen. Das Altsächsische teilte sich bereits in Dialekte, da mehrere germanische Völker im Großstamm der Sachsen vereinigt wurden. Die Sachsen stellten den größten Teil der Einwanderer nach England, der Einwanderung, aus der das Englische hervorging. Dennoch stellte das Altenglische einen "reineren" Typus des Nordseegermanischen dar. Diese Reinheit hat im Verlauf der Sprachentwicklung noch zugenommen. Bis ins hohe Mittelalter blieben Altenglisch und Altsächsisch untereinander verständlich.
Nach dem 8. Jh. war das Niedersächsische fränkischem Einfluß unterworfen. Das Niedersächsische teilte sich in das Westfälische, das Ostfälische und das Nordelbische.
Zum benachbarten Niederländischen besteht keine deutliche Sprachgrenze, sondern ein Kontinuum, die unklare Grenze verläuft durch das Ruhrgebiet. Deutlich ist die Sprachgrenze allerdings zum Fränkischen und zum Deutschen. Zum Fränkischen verläuft die Grenze ebenfalls durch das Ruhrgebiet. Deutlich ist die Sprachgrenze auch im Norden zum Südjütischen, ebenso zu den friesischen Enklaven und zum Westfriesischen, ebenso natürlich im Osten zu slawischen Sprachen, früher auch zum Litauischen. In den letzten Jahrzehnten hat sich innerhalb des Niedersächsischen eine Sprachgrenze ausgebildet, die mit der Staatsgrenze zwischen Deutschland und den Niederlanden zusammenfällt.
Das Niedersächsische ist trotz einer komfortablen Sprecherzahl hochgradig bedroht. Der Sprachwechsel findet innerhalb einer Generation statt. In den Städten ist er schon vollzogen, ebenso in den südlichen Gebieten. Einige Kolonialdialekte sind schon aufgrund von Vertreibung virtuell ausgestorben, die Sprecher siedelten nach Westdeutschland um, ihre Kinder lernten den örtlichen Dialekt oder die örtliche Variante des Hochdeutschen.
Nach Heeroma ist innerhalb der westgermanischen Sprachen nicht Einwanderung oder ähnliches Grundlage der Erklärung von Sprachunterschieden, sondern sich konzentrisch ausbreitende Neuerungen. Die erste Neuerung kommt von den Küstenregionen und brachte die Unterteilung des Westgermanischen in das Nordseegermanische und die übrigen Dialektgruppen. Von dieser Neuerung sind aber nicht alle Gebiete gleichermaßen erfaßt worden; die vollständig erfaßten nennen wir Friesisch, die nicht vollständig erfaßten Niedersächsisch. Dann kam der fränkische Einfluß aus dem Süden; auch dieser erfaßte nicht alle Gebiete in gleicher Weise: Die vollständig erfaßten nennen wir im Westen Niederfränkisch (daraus das Nord-Niederländische), im Osten wurden einige Neuerungen des Nordseegermanischen wieder zurückgeschraubt. Dann kam eine Neuerung aus dem Raum Münster; diese Neuerung wurde in den Randgebieten noch erweitert: Die stark von dieser Neuerung erfaßten Gebiete nennen wir Westfälisch (ääten `essen' wird iäten), wobei Südwestfälisch und die Dialektgruppe von Twents-Achterhoeks, Westmünsterländisch und Bentheimisch diese Neuerung noch erweitert hat (iäten wird ätten). Die weniger von dieser Neuerung erfaßten Gebiete nennen wir Westniedersächsisch (goud statt westf. guet), im nordwestdeutschen Raum und Ostniederlande gibt es nur den ehemals friesischen Raum, der von der Neuerung gar nicht betroffen ist. Zuletzt kam der Einfluß des Holländischen auf ndl. Seite und des Hochdeutschen auf deutscher Seite. Dieser Einfluß schuf auf ndl. Seite das Ostniederländische.
Wikipedia.
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und Wangeroge (DuMont Landschaftsführer), Köln: DuMont.
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Institut für Lautforschung an der Universität Berlin; 8), Berlin:
Institut für Lautforschung an der Universität Berlin (in Kommission
bei Harrassowitz, Leipzig).
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