Ostniederdeutsch und Niederpreußisch werden umgangssprachlich als Plattdeutsch oder als Platt bezeichnet. Während der Begriff "Platt" auch für fränkische und niederfränkische Dialekte verwendet wird, und zwar bezeichnet es bis ins moselfränkische, südhessische und thüringische Gebiet die jeweilige Ortsmundart, wird "Plattdeutsch" nur für das Niedersächsische und das Ostniederdeutsche gebraucht.
Im Hohen Mittelalter entstanden Kolonialdialekte von niedersächsischen, niederländischen, niederfränkischen, fränkischen, alemannischen und bairischen Dialekten (im Munde von Einwanderern aus diesen Regionen und germanisierten Slawen oder Balten). Im Norden überwog dabei das niederdeutsche Element.
Ostniederdeutsch und Niederpreußisch sind dementsprechend die Kolonialdialekte, die durch die Einwanderung nordseegermanischer Sprachen sprechender Menschen in slawischsprachiges (Ostniederdeutsch) bzw. baltischsprachiges (Niederpreußisch) Gebiet entstanden. Sie sind nur insofern als Sprache von anderen abzugrenzen, als sie weder dem Niederländischen noch dem Niedersächsischen eindeutig zuordbar sind. Sie stehen beiden nahe.
Die Sprecher des Neumärkischen, Hinterpommerschen und des Niederpreußischen (außer Plautdietsch) leben heute bis auf eine unbedeutende Minderheit nicht mehr in den Siedlungsgebieten, in denen die Dialekte entstanden. Sie wurden 1945-1947 in das heutige Deutschland vertrieben. Dort leben sie in anderssprachigen Gemeinschaften. Die Dialekte sind daher hochgradig bedroht (und nicht mehr zu retten), weil sie in der Regel nur von denen beherrscht werden, die vor 1945 in den traditionellen Siedlungsgebieten geboren sind. Ihre Kinder sprechen Hochdeutsch oder den Dialekt des neuen Siedlungsgebiet. Die wenigen, die im alten Siedlungsgebiet blieben, haben ihre Sprache auch zu fast 100% nicht an ihre Kinder weitergegeben, da sie geächtet war und ist.
Das Hötter Platt ist ein ostniederdeutscher Ausgleichsdialekt mit Einflüssen aus Mecklenburg, Westpreußen und Pommern, der seit ca. 1864 bis nach dem 2. Weltkrieg im Düsseldorfer Stadtteil Gerresheim gesprochen wurde. Der Dialekt steht kurz vor dem Aussterben, er wird auch praktisch nicht mehr benutzt, es leben aber immer noch einzelne Sprecher.
gesprochen in:
früher zeitweise auch in (meist als lingua franca):
Walther Ziesemer (1924): Die ostpreußischen Mundarten,
Kiel: Ferdinand Hirt, ND 1979: Wiesbaden: Sändig.
Wikipedia.